Risikozuschlag in der Preiskalkulation – steuerliche Sichtweise - III

In den ersten beiden Teilen der Artikelreihe habe ich die Notwendigkeit aufgezeigt, in der Preiskalkulation für Krisenzeiten Rücklagen zu bilden. Nun sind Sie meinem Beispiel gefolgt oder haben das bereits schon lange in Ihrer Preiskalkulation umgesetzt, das heißt also, Sie haben neben dem Unternehmensgewinn/Unternehmerlohn weitere Gewinne erzielt, welche Sie für spätere Zeiten zurücklegen wollen.

Zunächst einmal muss man sicherlich festhalten, dass mehr Gewinne immer Begehrlichkeiten wecken. Die Verlockung dürfte groß sein, bei einem Mehrgewinn das schon lang ersehnte, neue, größere, modernere, schickere Auto zu kaufen, eine neue Anlage für den Betrieb, eine größere Reise machen zu wollen, was auch immer, ist Geld da, ist der Mensch meist unvernünftig.

Es gilt also, sich selbst ein wenig zu disziplinieren und die hinzugewonnen zusätzlichen Gewinne zu sichern. Je nach Gesellschaftsform kann das auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Bei Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften können zum Beispiel Gewinnrücklagen gebildet werden. Das kann man im Gesellschaftsvertrag bereits verankern, dass ein Prozentsatz X der jährlichen Gewinne in die Rücklage einzustellen ist. Das dient dazu, dass diese Beträge nicht für Gewinnausschüttungen oder Gewinnverwendungen zur Verfügung stehen und somit den Unternehmen für Investitionen und Absicherung erhalten bleiben.

Beim Einzelunternehmer gibt es diese Form der Gewinnverwendung wie bei den Gesellschaften nicht. Die Gewinnverwendung bei Einzelunternehmern erfolgt in der Regel dadurch, dass er Entnahmen liquider Mittel aus dem Unternehmensvermögen tätigt. Sicher auch hier kann man Gewinnrücklagen in der Bilanz oder Buchhaltung absondern und „zur Seite legen“. Nur hat das ohne Gesellschaftsvertrag ehrlich gesagt keine große rechtliche Bewandtnis. Zudem, hier komme ich nun endlich auf den steuerlichen Part, sind diese Rücklagen, die der Unternehmer zur Seite legt, mit dem regulären Einkommensteuersatz versteuert. In der nachfolgenden Betrachtung gehe ich im Wesentlichen von Personengesellschaften und Einzelunternehmen aus, da die Kapitalgesellschaften mit der 15 % Körperschaftsteuer schon bereits begünstigt besteuert sind. Und genau hier beginnt bereits die Analogie zum Einzelunternehmer.

Der Gesetzgeber hat vor vielen Jahren erkannt, dass die Gewinne, die eine Kapitalgesellschaft im Unternehmen stehen lässt, dort nur mit 15 % Körperschaftsteuer belastet werden. Der Einzelunternehmer, der seinen Gewinn im Unternehmen belässt und nicht entnimmt, wird aber mit dem individuellen Steuersatz des Unternehmers versteuert. Wenn Sie bereits bei einem zu versteuerndem Einkommen von 100.000,00 Euro liegen, wird jeder zusätzliche Euro Gewinn mit 42 % versteuert. Da ist die Rücklagenbildung nicht so richtig lustig und im Vergleich zur Kapitalgesellschaft schon fast unfair. Daher hat der Gesetzgeber mit dem § 34a Einkommensteuergesetz die Möglichkeit geschafften, thesaurierte Gewinne, also im Unternehmen stehen gelassene Gewinne, ähnlich zu besteuern, wie es bei einer Kapitalgesellschaft erfolgt.

Sprich, der Anteil des thesaurierten Gewinns wird nur mit 15 % Einkommensteuer belastet, während die entnommenen Gewinne mit dem regulären Einkommensteuersatz besteuert werden. Dies sorgt für eine geringere Steuerbelastung und hilft dem Unternehmen beim Aufbau von Rücklagen. Ein paar Besonderheiten zum § 34a Einkommensteuergesetz werde ich Ihnen im letzten Artikel der kleinen Reihe erläutern.

 

Berlin, den 03. Mai 2021

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